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Unsere traurigste und schnellste Urlaubsheimfahrt.

Von meiner Herzklappenoperation habe ich mich noch nicht

richtig erholt,ich war Urlaubsreif,jeder in meinem Umfeld hat

es gemerkt.Denn ich war nicht mehr ich selber.

Meine Mutter war in der Regenerationsklinik ,die Ärzte sagten

mir immer wieder ,ichkönne unbedenklich in Ferien fahren,und

unsere Tochter Susanne kümmere sich ja auch um die Oma.

Drei Wochen wollten wir bleiben.So war alles geklärt.

Am Tag vor unserer Abreise trafen wir uns alle noch mal bei

Oma und verabschiedeten uns von ihr.Ich sagte ihr: in drei

Wochen sind wir wieder hier.

Wir schliefen noch gut,dann fuhren wir am frühen Morgen

um vier Uhr los,es lagen 2000 km bis zum Ziel vor uns.

Da wir beide gerne Auto fahren,begann für uns schon der

Urlaub. In Frankreich und Spanien gibt es teilweise schöne

Rastplätze mit tollen Sitzecken,wo man gut Pausen einlegen

kann.

Am anderen Tag waren wir am Ziel,es hatte sich nichts verändert,

sah alles genau so gut aus wie immer,denn wir kamen schon zum

dritten Mal hier her, nach El Perello in der Region Valencia.

Ein kleines Reihenhaus erwartete uns,das wir von Freunden in

Deutschland gemietet hatten.

Packten unsere Koffer aus,müde waren wir,konnten es aber

nicht erwarten, Strand und Meer zu bewundern,ca. 500 Meter

entfernt.Der Anblick war toll wie immer ,ein großer breiter

Sandstrand und dahinter das Meer,einfach wunderbar.

Wir setzten uns, in gemütliche Stühle die zu einer kleinen

Bar gehörten,und tranken erst mal was.Als wir uns satt gesehen

hatten,gingen wir zu unserem Häuschen,fielen ins Bett und

schliefen uns erst mal aus.

Am anderen Tag riefen wir unsere Freunde in Valencia an,

ca. 22 km von uns entfernt,das wir gut angekommen sind

.Sie haben sich total gefreut und wir machten ein Treffen aus.

Sie möchten gern ,das wir bei ihnen Urlaub machen,denn

Platz genug ist vorhanden,aber wir möchten in unmittelbare

Nähe des Meeres sein.

Wir haben großes Glück,denn El Perello hat einen Supermarkt

bekommen,wirklich groß und alles da,auch frischer Fisch.

Sonst mußten wir immer ca. 20 km zum einkaufen fahren.

Kleine Läden gibt es im Ort,aber die haben nicht alles vorrätig,

dann muß man von da nach da,also verplämpert man viel Zeit

mit dem Einkauf.

Wir waren zwei Tage dort,bekamen wir eine SMS von unserer

Tochter Susanne.Oma muß für zwei Tage ins Krankenhaus,

wir sollen uns aber keine Sorgen machen.

Aber man macht sich doch Sorgen.Es schien alles ok zu sein,

denn Oma kam wieder in die

Regenerationsklinik zurück.Wir atmeten auf.Ich konnte Sonne,

Strand und Meer nicht richtig genießen,in dieser Zeit.

Für Samstag hatten wir wieder ein Treffen mit unseren Freunden

verabredet,wir wollten ins

Ozeangrafic,das größte Aquarium Europas.

Isabel holte uns mit ihren Eltern Antonia und Francisco ab,da wir

ja in ein Auto paßten.

Einen wunderbaren Tag verbrachten wir dort,es war alles super,

hatten natürlich auch Pausen gemacht,denn man muß sehr viel

laufen um alles zu sehen,ist unwahrscheinlich groß und schön.

Wir hatten uns vorgenommen noch mal her zu kommen.

Wir waren kaputt,wollten nur noch sitzen,beschlossen zu Baldi

zu fahren,denn dort war David,

Isabels Sohn,wollten dann alle zusammen ein großes Eis

essen gehen.

Das Eiscafe bei Baldi um die Ecke war gut besucht,hatten

Glück ein Tisch war noch frei.

Wir bestellten uns alle eine riesen Portion.

Das Eis stand auf dem Tisch,da klingelte mein Handy,eine

SMS von Susanne,Oma sehr krank, bitte kommen.Ich rief

natürlich sofort an,es stand ganz plötzlich schlimm um Oma.

Alle beruhigten mich,es war sieben Uhr Abends,wir mußten

ruhig bleiben und planen.

Natürlich war für uns sofort klar,das wir nach Hause fahren

mußten,aber nicht mehr heute Abend,das war unmöglich.

Die Fahrt war zu weit ,da muß man ausgeruht sein.Isabel

und ihr Vater brachten uns nach Hause,wir hatten allerhand

im Kühlschrank,das gaben wir den beiden mit.Ich habe viel

geweint,sie trösteten mich ,aber es war ein tränenreicher

Abschied.Als wir uns vorher von Antonia,Baldi und David

verabschiedet hatten,weinten wir auch alle,aber die Tränen

flossen immer weiter.

Ich mußte immer an zu Hause denken,rief noch mal bei

Susanne an,aber es gab nichts neues,unverändert schlecht.

Klaus hat schon angefangen die Koffer zu packen,ich half so

gut ich konnte,aber ich mußte nur weinen,mir wurde plötzlich

ganz schwindlig,ich mußte mich hinsetzen.Klaus machte sich

große Sorgen um mich,das ich das alles durchhalte und nicht

noch in Spanien ins Hospital mußte.

Nach einer Weile ging es mir besser,ich war so froh,schimpfte

aber dann nur über die Ärzte in der Regenerationsklinik,warum

sagten sie mir:ich könne unbedenklich fahren.Diese Wut half

mir nach vorn zu blicken.Ich konnte wieder ein bischen helfen.

Dann legten wir uns schlafen,lange klappte es nicht,dann

schlief Klaus aber doch ein und irgendwann ich auch.

Etwas zu essen hatten wir uns noch da behalten,konnten

also gut Frühstücken,packten das Auto voll,nicht so ordentlich

aber es passte alles wieder rein.

Genau eine Woche waren wir am Ort,da ging die Reise

wieder los.Ich war wie gerädert,aber Klaus machte mir Mut.

Die Fahrt war lang,2000 km und für eine Person alleine zu

fahren ganz schön hart.

Durch Spanien ging es relativ ganz gut,aber es war sehr heiß,

mußten natürlich auch Pausen machen,trinken und essen

,in den Rasthäusern frisch machen und dann immer weiter.

Wir fuhren auf Lyon zu,morgens mitten in den Berufsverkehr,

dort gibt es lange Tunnel wo man durch muß,aber vorher

kommen die Autos von allen Richtungen,so was gibt es

hier bei uns nicht.Ich sah die Autos von überall kommen,

und machte die Augen zu,dachte im stillen ,es kracht

jeden Augenblick.

Aber Klaus war die Ruhe selber,er paßte sich dem Verkehr an,

man darf da keine Angst zeigen,muß frech sein und mithalten.

Lyon ist eine große Stadt,ein großer Bezirk und alle wollten

zur Arbeit,wir mittendrin,für mich war das zu dieser zeit ein Horror.

Es kam mir wie eine Ewigkeit vor,aber dann waren wir endlich

durch.Ein ganzes Stück Weg danach machten wir Pause,

auf einen Rastplatz,riefen alle an,die Freunde in Spanien

und natürlich Susanne.

Bis dahin hatten wir nichts von uns hören lassen,die haben

sich schon alle Sorgen gemacht und untereinander telefoniert,

wo wir wohl sind.Waren jetzt froh,das es uns gut ging.

Wir stärkten uns,tanken mußten wir auch,dann ging es weiter.

Klaus meinte:schlaf ein wenig,ich konnte nicht,mußte ständig

an meine Mutter denken,sprach aber nicht darüber,denn Klaus

mußte ja fahren,wollte ihn nicht noch mit meinen Sorgen belasten

,obwohl ich wußte er macht sich auch Sorgen,ob wir

rechtzeitig ankamen.

Es war eine trostlose Fahrt,ohne Spaß wir waren nur traurig,

aber keiner wollte es dem anderen sagen.

Mitten in der Nacht kamen wir zu Hause an,stellten das Auto

in die Garage und ab nach oben.

Ich rief im Krankenhaus an,mir war egal,das es Nacht war

.Die Nachtschwester sagte:der Zustand von meiner Mutter

wäre unverändert,aber wir sollen jetzt nicht kommen,

denn sie hat ein Schlafmittel bekommen,das bis zum Morgen anhält.

Wir legten uns hin und schliefen auch tatsächlich ein.

Dann am Morgen führte uns unser erster Weg zur Oma,

sie schlief noch.Wir sprachen mit dem Arzt und er meinte,

sie wollten Oma am anderen Tag noch mal operieren,dann

könne alles wieder gut werden.

Am Nachmittag kam auch Susanne,alle Bezugspersonen die

Oma hatte waren jetzt bei ihr.

Sie war mal wieder wach und erkannte uns auch,hatte aber

Schmerzen,bekam wieder eine

Infusion.Noch mal sagte der Arzt:morgen operieren wir.

Wir waren unendlich froh,das wir Oma noch lebend angetroffen

haben,und ich denke sie hat sich auch darüber gefreut uns

noch mal zu sehen.Dann es war 18 Uhr,kam die Schwester

und meinte wir sollten ruhig nach Hause gehen und morgen

wieder kommen.

Wir sind gegangen,haben erst mal etwas gegessen

.Im Fernsehen kam ein Fußballspiel,weil wir nicht schlafen

konnten,haben wir ein bischen geguckt.Eine viertel Stunde

war es zugange,um 21 Uhr ging das Telefon,es meldete

sich das Krankenhaus:Die Schwester am Telefon sagte

mir so ganz einfach:" Ihre Mutter ist gerade verstorben."

Mir wurde ganz schlecht und schwindlig,ich riß mich

zusammen,mußte zum Krankenhaus.

Wir fuhren sofort los,waren 10 Minuten später da.

Die Schwester erwartete uns schon,ließ uns ins Zimmer,

meine Mutter lag ganz friedlich im Bett,als ob sie schliefe

.Ich konnte nicht begreifen das sie tot war.

Der Arzt hatte uns doch noch vor ein paar Stunden Hofnung

gemacht,das alles wieder gut würde.

Ich wäre doch nie um 18 Uhr nach Hause gegangen,

wofür sind wir 2000 km nach Hause gerast,ich wollte sie in

ihren letzten Stunden nicht alleine lassen,nun ist es doch

passiert.

Ich war so wütend auf die Ärzte,aber war auch total traurig

,habe nur noch geweint.

Mein Mann tröstete mich,wir mußten dann gehen.

Mein Trost ist ja,sie hat uns noch mal alle bei sich gehabt

und ist dann friedlich eingeschlafen.

 

 

 

                       

 

 

 

 

 

 

 



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