
Herz 2
Meine Herzklappenoperation.
Da ich 57 jährig,bisher noch nie ernsthaft krank gewesen bin
,war es ein sehr großer Schock für mich,als ich nach einer
Herzuntersuchung erfuhr,das meine Luftprobleme,Übelkeit und
Müdigkeit,daher rührten,das meine Herzklappe nicht mehr
richtig funktionierte.
Ich habe mich schon einer Herzkatheder Untersuchung unterzogen.
Es gab Komplikationen dabei,darum hatte ich große Angst vor der
Herzklappenoperation.
Dann war es soweit,ich bekam einen Termin für Freitag morgens 9 Uhr.
Mein Mann brachte mich zum Krankenhaus,machte mir sehr viel Mut.
In der Nacht davor hatte ich Alpträume,war total kaputt und hatte große
Angst.

Wir erledigten zuerst die Formalitäten,bekam dann mein Zimmer
zugewiesen.
Es war ein zwei Bett-Zimmer,alles freundlich und großzügig.
Eine freundliche Krankenschwester begleitete mich zu den
Untersuchungsräumen.
Ich wurde gründlich untersucht,der Operationstermin wurde für Montag
morgen angesetzt.
Als ich dann wieder in meinem Zimmer ankam,wurde das andere Bett
auch belegt,dem anschein nach eine ältere Dame.Sie wurde begleitet
von ihrem Mann und Tochter.Ihr Operationstermin wurde auch auf Montag
gesetzt.Unsere Angehörigen sind dann erst mal gegangen,sie wollten am
Nachmittag wieder kommen.
Es war Freitag anfang September und der tollste Sonenschein,wir fragten
uns beide,was sollen wir schon hier.Unterhielten uns aber sehr gut bis unser
Besuch wieder da war.
Das Krankenhaus hat auch eine schöne Grünanlage mit vielen Bänken.
Wir konnten also spazieren gehen und die Sonne genießen.
Die zwei Tage bis zum Montag gingen dann schnell um.
Mein Operationstermin wurde auf sieben Uhr gesetzt.Abends bekam ich nichts
mehr zu essen,sondern so gegen 22 Uhr eine Beruhigungstablette.
Ich konnte aber nicht richtig schlafen,denn ich war sehr unruhig und hatte Angst,
aber die Operation mußte sein.
Um fünf Uhr morgens war ich hell wach,stand langsam auf und ging ausgiebig
duschen.
Dann kam die Schwester,brachte mir ein Hemd,das ich anzog,danach wurde
ich in den OP gebracht.

Das Ärzteteam war humorvoll und nett.Ich bekam eine Betäubungsspritze,
und war schnell eingeschlafen.
Irgendwann wurde ich geweckt,sie wollten wohl feststellen,ob ich richtig reagiere.
Danach wurde mein Mann angerufen,sie sagten ihm"das die Operation erfolgreich
verlaufen sei".Er erzählte mir später,das es so gegen 12 Uhr gewesen sei.
Am Operationstag durfte er mich nicht besuchen,ich mußte noch ca. 24 Stunden
unter Beobachtung im OP Saal bleiben.
Als ich dann am anderen Tag wach wurde,standen Ärzte und Schwestern um mich
herum.
Für mich stellte ich dann fest,es ist alles gut gegangen und freute mich sehr,
wußte aber nicht ,das die Operation schon 24 Stunden hinter mir lag.
Das sagten die Ärzte mir dann,und das alles sehr gut verlaufen wäre.
Ich hatte mir Waschzeug und einen Schlafanzug mitgenommen,nun wurde ich
gewaschen und angezogen,danach wurde mir etwa zu essen angeboten.
Joghurt und eine Tasse Kaffee.Ich nahm dankend an.Mit dem Bett wurde ich
in einen Aufzug geschoben,es ging eine Etage hoch.Die Schwester mußte mich
noch in mein Zimmer schieben,auf dem Weg dorthin passierte es,mir wurde übel
und ich mußte mich fürchterlich übergeben.Es ging ganz schnell,
war mir das peinlich.Das frisch überzogene Bett war hin.Viel bewegen konnte
ich mich nicht,denn ich war mit Kabeln und einem Apparat,der am Bett
befestigt war,verbunden.

Als ich dann im Zimmer war,wurde natürlich alles frisch bezogen und auch
ein neuer Schlafanzug mußte herhalten.Die Schwester tröstete mich,
es wäre doch nicht so schlimm.
Ich fühlte mich ganz gut,hang zwar nur an Kabeln,die zu einer Zentrale führten,
wo alles beobachtet wurde.
Dann kam mein Mann und wir freuten uns beide über die gelungene Operation.
Aufstehen durfte ich noch nicht,also blieb er schön brav an meinem Bett sitzen.
Am nächsten Tag ging es mir gut,es schmeckte auch und alles blieb drin.
Ein wenig aufstehen durfte ich auch.Mein Mann freute sich sehr,weil ich ihm
auf dem Flur entgegenkam.
Wir waren glücklich und froh.
Aber dann am Abend wurde mir schwindelig und übel.Der Apparat über
meinem Bett piepste,ich war ja mit Kabel verbunden.Die Schwester kam
und rief dann den Arzt.Er war sofort da.Ich bekam eine Tablette und später
eine Infusion.Seit der Operation,muß ich Macumar einnehmen,ein Blutverdünnungsmittel.Spritzen sind für mich jetzt tabu.Ich konnte nicht
schlafen,weil ich jetzt an die Herzkatheder Untersuchung denken mußte,
die ja auch kompliziert war.
Ein bischen habe ich dann doch geschlafen,als ich auf wachte,wankte mein Bett
hin und her,als wäre ich auf einem Schiff.Mir war auch gar nicht gut.
Der Arzt kam ein wenig später zu mir,erklärte mir,das ich mich einen Elektroschock
unterziehen müßte,damit das Herz wieder regelmäßig schlägt.
Ich war einverstanden,denn ich wollte wieder ruhig im Bett liegen.
Ich wurde wieder in den OP gebracht,ich hatte große Angst.

Ein freundlicher Arzt erklärte mir ,wie alles gemacht wird.Ich mußte natürlich wieder unterschreiben das ich einverstanden war.
Die Betäubung wirkte schnell,als ich dann wieder wach wurde,standen ein paar
freundliche Gesichter um mich herum.Ich registrierte,das mein Bett nicht mehr
wankte,und ich ganz ruhig darin lag.Ein bißchen mußte ich noch in dem OP
bleiben,dann wurde ich wieder in mein Zimmer gebracht.
Der nächste Tag verlief wieder gut,mußte aber im Bett bleiben,ich war ja noch
immer mit den Monitoren verbunden.Wenn ich zur Toilette mußte,durfte ich die
Kabel kurz entfernen.
Die Patienten die auch operiert waren,durften eine kleine Gymnastik machen.
Ich hörte sie lachen,es hat bestimmt Spaß gemacht,ich wollte auch so gern aufstehn,
aber leider durfte ich es zu dieser Zeit noch nicht.
Aber dann am Abend,piepste wieder der Kasten über mir,es kam sehr schnell der
diensthabende Arzt,die Herzfrequenz war wieder sehr hoch.Es ging von jetzt auf gleich.
In dem Krankenhaus wo ich jetzt lag,wurde nur operiert,nach 11 Tagen sollte ich wieder
in das Krankenhaus meiner Wahl,wo ich auch die Herzketheder Untersuchung habe
machen lassen.Jetzt ging es mir wieder sehr schlecht,es drehte sich wieder alles.Ich
bekam sofort Tabletten und eine Infusion,die eine Stunde in die Vene tropfte.Das war
für mich sehr schrecklich,denn mir wurde ganz heiß,ich spürte in mir nur eine große
Hitze.
Die Stunde hat ewig gedauert.Das schlimmste aber war,es hat nicht geholfen.
Ich habe gemerkt,
der Arzt war auch nicht glücklich darüber.Sein Dienst wäre zu Ende gewesen,aber er
blieb bei mir.Er hat beruhigend auf mich eingeredet.Als er dann sagte,"Wir müssen
noch einmal so eine Infusion machen,war ich total verzweifelt,weil diese Hitze im Körper
war schauderhaft.

Dann habe ich die nächste schlimme Stunde hinter mich gebracht.Danach ging es wirklich langsam besser,bin irgendwann vor Erschöpfung eingeschlafen.
Als ich dann am Morgen wach wurde,stand der Arzt neben meinem Bett und lächelte,
meinte das jetzt alles in Ordnung wäre,er könne jetzt beruhigend nach Hause gehen.
Gegen Mittag,wurde ich mit dem Krankenwagen quer durch die Stadt in mein
Wahlkrankenhaus gefahren,zur Weiterbehandlung.
Ich bekam einen kleinen Kasten umgebunden,und durfte aufstehen,aber mich nicht weiter
wie 300 Meter entfernen.Soweit reichte der Sender,der mich kontrollierte,ob es mir gut oder schlecht geht.
Der Tag verlief ohne Komplikationen,aber dann am nächsten Morgen.
Ich wurde wach und es ging mir nicht gut,als ich das registrierte,ging plötzlich die
Zimmertür auf,zwei Schwestern stürmten herein,schnappten sich mein Bett,liefen ganz
schnell mit mir über den Flur,brachten mich auf die Intensivstation.
Mir war total schwindelig,ich wußte nicht wie mir geschah.
Es waren zwei Ärzte da,sie sagten mir,"das meine Herzfrequenz zwischen 167-173 lag,
und wir einen Elektroschock machen müßten".
Ich hatte panische Angst,wollte aber das es mir wieder besser geht,mein Bett
wankte wie ein Schiff bei hohem Seegang ,ich gab mein Einverständnis.

Bekam wieder eine Narkose,als ich wieder wach wurde,merkte ich ,es hat nicht
geholfen,war verzweifelt.
Es war ein dritter Arzt hinzu gekommen,sie beratschlagten und riefen in meinem Operationskrankenhaus an.Sie kamen zu dem Ergebnis mir eine Infusion zu geben.
Ich mußte also auf der Intensivstation bleiben,diese Infusion dauerte die ganze Nacht
über,ein kleines Tröpfchen nach dem anderen und natürlich Tabletten.
Das war die schlimmste Nacht meines Lebens,ich war hell wach,bekam das ganze
Drama einer Intensivstation mit.
Mein Mann durfte mich am anderen Tag besuchen.Die Frequenz war auf 100 gerutscht.
Dann wurde ich wieder auf mein Zimmer gebracht,aber nur mit Kabelüberwachung.
Normaler Weise soll man ein wenig Gymnastik machen,ich durfte es nicht,der
Therapeut ging nur ein paar Schritte mit mir spazieren,ich durfte mich nicht anstrengen.
Aber mit der Einnahme von Tabletten normalisierte sich die Herzfrequenz einigermaßen.
Dann nach einer Woche wurde ich entlassen.Die Ärzte und das Pflegepersonal waren
alle sehr nett und hilfsbereit,die ganze Zeit über.
Mein Mann holte mich ab,und wir waren überglücklich,das das schlimmste überstanden
war.
Leider konnte ich mein zu Hause nur vier Tage genießen,dann mußte ich noch eine
vier wöchige Kur antreten.
Aber seit der Operation kann ich nicht mehr gut schlafen,ich höre immer die
Herzklappe und wenn ich endlich eingeschlafen bin,werde ich wach um zu hören,
ob sie noch klapp,klapp macht.
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